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„DIE WELT DER BWL IST GROSS – NIE AUFGEBEN!“

BWL-Absolvent Sebastian Ehrhardt arbeitet heute als Wirtschaftsprüfungsassistent mit Spezialisierung auf die Gesundheitsbranche

 

ALUMNI-GESCHICHTE(N): BWL-ABSOLVENT SEBASTIAN EHRHARDT IM GESPRÄCH

11.05.2017, Verfasser: HTWK Leipzig

Sebastian Ehrhardt studierte von 2012 bis 2016 Betriebswirtschaftslehre (B.Sc.) an der HTWK Leipzig. Seit Abschluss seines Studiums arbeitet er als Wirtschaftsprüfungsassistent mit Spezialisierung auf die Gesundheitsbranche. Einprägsam waren für ihn das Auslandssemester in Jaén (Spanien) – und die Begegnungen im Prüfungsamt. Er rät außerdem dazu, sich im Studium nicht selbst zeitlichen Druck aufzubauen.

 

Wie sind Sie zu dem Studium der BWL gekommen – und warum an der HTWK?
Sebastian Ehrhardt: Nach meiner beruflichen Ausbildung zum Industriekaufmann habe ich zunächst ein Jahr im Projektmanagement gearbeitet. Da ich nicht zu 100% überzeugt war, diesen Job für immer zu machen, wollte ich studieren, und zwar BWL – aufbauend auf meine wirtschaftlichen Kenntnisse. Ob Leipzig, Magdeburg, Berlin oder weitere Hochschulen – es war keine leichte Entscheidung. Letztendlich gab es mehrere Gründe, die für Leipzig sprachen: Zum Einen die Nähe zu meiner Heimatstadt Nordhausen (Nordthüringen), und zum Anderen hatte ich einige Freunde, die schon vom Studentenleben in der Stadt schwärmten.

An welche Situation, Person oder an welches Detail an der HTWK Leipzig können Sie sich gut erinnern und warum?
Ehrhardt: Besonders eine Person blieb mir im Gedächtnis – Frau Bennecke vom Prüfungsamt. Man hatte stets Angst, die Tür zu öffnen, schon gar nicht außerhalb der Sprechzeiten. Man hatte Angst, ein falsches Dokument abzugeben und dann Ärger zu bekommen. Aber: Hilfsbereitschaft bewies sie immer, sodass alle Probleme doch gelöst werden konnten. Schließlich war es sicher nicht immer leicht, allen Bedürfnissen der Studenten gerecht zu werden.

Welche Erfahrung im Studium hat Sie nachhaltig geprägt?
Ehrhardt: Mein Auslandssemester in Spanien, in Jaén. Das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte: In einer komplett anderen Kultur allein zu leben, erstmal niemanden zu kennen. Es war trotzdem eine wunderbare Zeit. Und dann meine Mitarbeit im Fachschaftsrat, das hat mich auch viel offener für Neues gemacht. Ich habe gesehen, dass man mit eigener Organisation und viel Willen so Einiges umsetzen kann.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?
Ehrhardt: Die Curacon GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat meist Mandanten aus der Gesundheitsbranche. In der „Busy Season“ von Januar bis Juni bin ich oft unterwegs und übernachte im Hotel. Gegen halb 9 geht es zum Mandanten, der für unser Team meist ein Arbeitszimmer zur Verfügung stellt. Wir prüfen nach und nach alle finanzbuchhalterischen Thematiken im Unternehmen und kontaktieren die einzelnen Abteilungen, wenn Fragen auftreten. Feierabend ist meist zwischen 6 und halb 8, danach geht es ins Hotel zurück, dann ist Zeit für private Hobbys oder Sport. Abendbrot essen wir meist zusammen im Team. Nach spätestens zwei Wochen geht es zum nächsten Mandanten.

Wie sind Sie auf ihren jetzigen Job aufmerksam geworden?
Ehrhardt: Ich wollte gern in Leipzig bleiben, habe bei den Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in der Region nach offenen Stellen gesucht – und dabei „meine“ Stelle auf der Website des Unternehmens entdeckt.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer jetzigen Tätigkeit?
Ehrhardt: Sie ist abwechslungsreich, alles ändert sich ständig. Zudem brauche ich alle möglichen Fachgebiete der Betriebswirtschaft, um die Unternehmenszusammenhänge zu verstehen. Und dann kommuniziere ich jeden Tag mit vielen unterschiedlichen Menschen, ob Angestellte, Abteilungsleiter oder Geschäftsführer – alle sind mit involviert.

Was wird Ihre nächste berufliche Station sein?
Ehrhardt: Mir geht es erst einmal darum, Berufserfahrung zu sammeln. In naher Zukunft möchte ich aber auch das Steuerberater- und Wirtschaftsprüferexamen abschließen.

Welchen Ratschlag würden Sie Studierenden Ihres Faches aus heutiger Sicht geben?
Ehrhardt: Nie aufgeben, denn die Welt der BWL ist groß. Ich habe meine heutige Spezialisierung erst nach dem 3. Semester festgelegt. Zudem sollte man sich nie selbst Druck machen, um alles in der Regelstudienzeit zu schaffen. Dass mein Studium wegen des Auslandssemesters länger dauerte, habe ich zu keinem Zeitpunkt bereut.


„WIR KÖNNEN UNSERE UMWELT SELBST MITGESTALTEN“

Wirtschaftsingenieur (Bau) Carsten Sellschopf (Diplom 1997), heute Geschäftsführer bei einem großen bundesweit tätigen Projektentwickler

ALUMNI-GESCHICHTE(N): WIRTSCHAFTSINGENIEUR (BAU) CARSTEN SELLSCHOPF (DIPLOM 1997) IM GESPRÄCH

20.02.2017, Verfasser: HTWK Leipzig

Wirtschaftsingenieur (Bau) Carsten Sellschopf (Diplom 1997), heute Geschäftsführer bei einem großen bundesweit tätigen Projektentwickler

Carsten Sellschopf, Absolvent Wirtschaftsingenieurwesen (Bau), gehörte zur ersten Matrikel der HTWK Leipzig. Er erinnert sich noch gut an seine eigene Immatrikulation im Jahr 1992: Sie war gleichzeitig die Amtseinführung des ersten Rektors. „Das war sehr beeindruckend und feierlich!“ Sellschopf war viele Jahre selbst in Fachschaft, Stura, Senat und Alumnivereinigung aktiv, ist heute Geschäftsführer bei einem großen bundesweit tätigen Projektentwickler und meint: „Von den damals gemachten Erfahrungen zehre ich noch heute.“

Sie gehören zur ersten Matrikel von Studierenden, die 1992 an die neugegründete HTWK Leipzig aufgenommen wurden. Wie war dieser Anfang aus Ihrer Sicht?
Sellschopf: O Gott, das ist schon 25 Jahre her. Aber ja: Bei meiner Immatrikulation im September 1992 war alles neu und überwältigend, in jeder Hinsicht. Ich kam aus Aschersleben zum Studium nach Leipzig, einmal in die Großstadt, an die renommierte TH Leipzig und neu gegründete HTWK Leipzig. Ich saß in diesem großartigen Gewandhaus und dann war es auch noch der Beginn von etwas ganz Neuem: Professor Steinbock, der Gründungsrektor, bekam damals seine Amtskette vom sächsischen Wissenschaftsminister umgelegt. Das war sehr beeindruckend und feierlich! Wir alle waren gespannt auf diesen nächsten Schritt, auf das Studium. Und die Erwartungen wurden absolut erfüllt.

Was haben Sie denn aus dem Studium mitnehmen können?
Sellschopf: Zunächst natürlich das Fachwissen. Aber außerdem viele Freundschaften. Das sind Beziehungen, die sind belastbar bis heute, auch wenn wir mittlerweile in verschiedenen Regionen und Firmen arbeiten. Zudem ist mir die Zusammenarbeit in guter Erinnerung geblieben – ich war lange in der Fachschaft, dann dem Stura, später im Senat und bei den Wiwi-Alumni aktiv – das hat uns zusammengeschweißt. Vor allem persönlich habe ich viel mitnehmen können. Wir, meine Kommilitonen und ich, haben gemeinsam die Hochschule gestaltet, über die verschiedenen Wege Einfluss nehmen können, haben Allianzen geschlossen, Politik gemacht und Pläne verfolgt: Und genau das ist heute bei der Projektentwicklung mein Job. Von diesem Wissen und den damals gemachten Erfahrungen zehre ich noch heute.

Sie haben Gründungsrektor Professor Steinbock – fast schon eine mythische Figur! – aus der Nähe erlebt.
Sellschopf: Rektor Steinbock war auf jeden Fall eine prägende Persönlichkeit. Ich habe dann später viel mit ihm zusammengearbeitet und schätze ihn sehr - seine verbindende Art und seine berühmten Rotweinrunden. Da war sein Motto: „Wenn die Leute zusammen trinken, dann reden Sie zumindest miteinander!“ Wir haben in diesen ersten Jahren sehr viele Veränderungen umsetzen können: in den Curricula, in der Personal- und Finanzpolitik. Damals wurde aus der TH die HTWK Leipzig.

Sie haben Wirtschaftsingenieurwesen studiert – ein neuer Studiengang.
Sellschopf: Als ich anfing, war das gefühlt wie zwei nebeneinanderstehende Studiengänge, die man gleichzeitig absolvierte – ein Wirtschaftsstudium und ein Baustudium. Ich habe mir daher immer die Schnittstellenthemen genommen. Als Generalist konnte ich mich weder in die Details der Finite-Elemente-Methode noch in die Weiten der Steuerlehre vertiefen. Heute ist es so: Ich arbeite mit Spezialisten aus beiden Gebieten zusammen und brauche sie beide, damit unsere Projekte erfolgreich sind.

Heute sind Sie Geschäftsführer beim Wohnimmobilienentwickler formart in Berlin. Wie sieht Ihr Arbeitstag heute aus?
Sellschopf: Büro, Reisen, Veranstaltungen, Büro. Ich bin viel unterwegs, treffe Menschen, schiebe Projekte an, führe ein Team, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Unsere Firma entwickelt vor allem größere Wohnungsbauprojekte. Es ist immer wieder ein tolles Gefühl, wenn ich am gebauten Ergebnis vorbeifahren kann und mich erinnere, wie wir anfangs um jedes Detail der Verträge, Preise und Termine gerungen haben und dann steht es da, Menschen leben und arbeiten darin. Ich könnte mir irgendwann auch eine Selbständigkeit auf diesem Gebiet vorstellen. Oder die Vermittlung meiner Erfahrungen – ich habe bereits Lehraufträge an der FH Potsdam oder an der FH Anhalt – das macht mir Freude.

1995 durften Sie als Stura-Sprecher dann selbst die neuen Studierenden begrüßen.
Sellschopf: Da schloss sich für mich ein Kreis. Vor drei Jahren hatte ich selbst als „Ersti“ da unten gesessen und nun stehe ich auf der Bühne am Rednerpult, lasse den Blick nach oben gleiten. Noch eine Reihe und noch eine und es hört nicht auf und du weißt: Jetzt schauen 2.000 Leute auf dich. Drei Jahre Studium und Aktivität in der Selbstverwaltung hatten mich bereits stark geprägt und ich wollte den „Neuen“ vor allem mit auf den Weg geben, dass ihre Umwelt, ihre Hochschule, gestaltbar ist – sofern sie den Willen, den Mut und die Zeit dafür aufbringen.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

(Stand: Februar 2017)

Letzte Änderung: 24.5.2017
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